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Durchhalten ist angesagt

Bild: Joachim Schmidt-Classen zur Lage in der Metall- und Elektro-Branche
Joachim Schmidt-Classen zur Lage in der Metall- und Elektro-Branche

Dieses Jahr wird sicherlich vielen Unternehmern und Arbeitnehmern wirtschaftlich als extremes Jahr in Erinnerung bleiben. Vor allem in der Exportwirtschaft wurden ganze Branchen in einen dramatischen Abwärtsstrudel gerissen – wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Sie mussten einen Auftrags- und Umsatzrückgang von bis zu 50 Prozent hinnehmen. Mit entsprechenden Folgen für Auslastung, Beschäftigung und Ertragslage.

Inzwischen dürfte zwar der steile Abstieg gestoppt sein, der Weg aus dem Krisental wird aber nur mühsam und in kleinen Schritten erfolgen können. Eine aktuelle Umfrage zur wirtschaftlichen Lage der Metall- und Elektro-Industrie im Kreis Siegen-Wittgenstein belegt dies beispielhaft. Positiv lässt sich aber aus der Umfrage auch herauslesen, dass die Stimmung bei vielen Unternehmern etwas besser ist als die tatsächliche Lage.

Dennoch: Gerade in der Metall- und Elektro-Industrie wird es noch Jahre dauern, bis die Betriebe wieder das Geschäfts-niveau der Zeiten vor der Krise erreichen werden. Für 2010 muss daher die Parole gelten: Durchhalten angesagt!

Grund zur Panik besteht nach wie vor nicht. Die deutsche Metall- und Elektro-Industrie hat eine gute Substanz und wird mit Blick auf den internationalen Wettbewerb auf mittlere Frist eher gestärkt aus der Krise hervorgehen. Das schließt aber nicht aus, dass auch heimische Unternehmen aus dem Wettbewerb ausscheiden, sprich in die Insolvenz gehen. Das gibt es bei jeder Krise.

Positiv ist die Beobachtung, dass Belegschaften und Geschäftsleitungen in vielen Unternehmen zusammenhalten und an einem Strang ziehen.

Bild: Arbeitsplätze sichern: Da bleibt Kurzarbeit ein wichtiges Instrument.
Arbeitsplätze sichern: Da bleibt Kurzarbeit ein wichtiges Instrument. Foto: Eifrig

So ist auch die bisherige erfreuliche Entwicklung auf den Arbeitsmärkten zu erklären. Die Unternehmen haben in großem Umfang von Kurzarbeit Gebrauch gemacht und alles daran gesetzt, um die Stammbelegschaften zu halten – und das, obwohl Kurzarbeit für die Betriebe ein teures Instrument ist. Zwar bezuschussen die Sozialkassen die Kurzarbeit in diesem Jahr mit 6 Milliarden Euro. Trotzdem bleiben die Betriebe auf 5 Milliarden Euro Mehrkosten sitzen: in der Regel die Sozialbeiträge für die ersten sechs Monate, Urlaub und andere Extras. Von den knapp 3,5 Millionen Beschäftigten, die die M+E-Industrie im zweiten Quartal 2009 hatte, befanden sich durchschnittlich fast 950.000 in Kurzarbeit.

Immerhin: Die Politik zieht mit. Um den Stellenmarkt auch im kommenden Jahr zu entlasten, hat die Bundesregierung die Verlängerung der jetzigen Kurzarbeiterregelung über das Jahresende hinaus vereinbart.