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Bei der Firma Durable dürfen Azubis einige Wochen im Ausland arbeitenTeamwork und Knäckebrot
Für die Auszubildende Britta Kluge gab es dieses Jahr zu Ostern britische Milchbrötchen. Hot cross buns heißt das Traditionsgebäck. Ihr Kollege Marcel Müller bekam zur gleichen Zeit schwedisches Knäckebrot mit sehr salzigem Fisch aufgetischt. Geprägt von drei Jahren Nepal Die beiden sind 2 von insgesamt 55 Auszubildenden, die der Büroartikel-Hersteller
Für die Firma im Sauerland gehört das zur Unternehmenskultur. Und für Geschäftsführer Horst-Werner Maier-Hunke ist es ein sozialer Auftrag. Auch er weiß noch, was es zu Ostern gab, als er das erste Mal längere Zeit im Ausland lebte. Obwohl in Nepal dieses Fest nicht gefeiert wird, hatte er damals in den 60er-Jahren Glück und durfte ein Stück Hefezopf von Ordensschwestern mitessen. Drei Jahre lang war er Entwicklungshelfer im nepalesischen Patan. Dort hat er mit Freunden in einer Lehmhütte gewohnt, 200 Meter von der nächsten Wasserstelle entfernt. „Mach was aus Deinem Leben!“
Das ist jetzt 45 Jahre her und hat ihn geprägt. Horst-Werner Maier-Hunke, NRW-Arbeitgeber-Präsident, möchte heute seinen Azubis die Möglichkeit geben, auch ein wenig große, weite Welt zu schnuppern. „Es ist so wichtig, ins Ausland zu gehen. Mal alleine zu sein, auf sich gestellt“, so der gebürtige Bayer. „Die jungen Leute kommen selbstbewusster zurück“, bemerkt er immer wieder. Kein Wunder. Sieben Wochen in der Ferne – ohne Eltern und Freunde, kaum Gleichaltrige, eine fremde Sprache. Britta Kluge (21), Marcel Müller (24) und Pia Bevendorf (21) sind gerade zurückgekehrt, und ihr Chef will natürlich alles wissen. Wie die Gastfamilien waren, wie das Bier im englischen Wimborne und wie der Fisch im schwedischen Täby geschmeckt hat. „Nach sieben Wochen Toast hab ich mich hier auf Körnerbrot gefreut“, so Britta Kluge. Und wie war es im Büro? „Das Arbeitsklima ist anders als bei uns. Viel mehr wird im Team entschieden“, erzählt Pia Bevendorf. Wer Maier-Hunke im Gespräch mit seinen Azubis erlebt, spürt ein besonderes Verhältnis zwischen ihnen. Marcel Müller bestätigt: „Er ist immer sehr interessiert an uns.“
Der 72-Jährige, der beim Reden oft seine kleine Hornbrille in den Händen hält, macht sich Sorgen um die Jugend. „Vielen jungen Leuten fehlt es an Disziplin. Ich habe den Eindruck, dass Eltern zu wenig mit ihren Kindern sprechen.“ Es scheint, als wolle der Unternehmer am liebsten jeden Schulabgänger einzeln zur Seite nehmen und sagen: Mach was aus Deinem Leben! Die angehenden Industriekaufleute Marcel, Pia und Britta haben diese Chance ergriffen. Tina Schilp Info: Das UnternehmenIm Sauerländer Unternehmen Durable wurde 1959 die Klemm-Mappe erfunden. Heute stellt es alles her, was in einem Büro nicht fehlen darf. Hefter und Mappen, Präsentationssysteme, Namensschilder, Schreibtisch- und Computerzubehör zählen dazu. Die Hauptverwaltung der Firma sitzt in Iserlohn. Ein großes Distributionszentrum befindet sich in Iserlohn-Sümmern. Produziert wird in Gotha und Kamen. Der Betrieb bildet in insgesamt 14 kaufmännischen und technischen Berufen aus. www.durable.de |