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Aus dem Treibhausgas lässt sich Kunststoff gewinnen

Prima Klima: Bakterien verarbeiten Kohlendioxid

Bild: Rauchende Schlote
Rauchende Schlote: In Zukunft müssen sie nicht mehr unbedingt dem Klima schaden. Foto: Caro

Das Klimagas Kohlendioxid – warum eigentlich pusten wir es nur als Abgas in die Atmosphäre und machen nichts daraus? Das wäre doch eine super Idee! Der Haken: Kohlendioxid (CO2) ist eine sehr stabile Verbindung.

Nur Pflanzen können was damit anfangen. Sie gewinnen daraus Zucker („Photosynthese“).
Nur Pflanzen? Jetzt haben Forscher von der Uni Freiburg entdeckt, dass auch einige seltene Bakterien CO2 aus der Luft aufnehmen und verarbeiten können. „Sie bauen es in sogenannte Hydroxysäuren ein, aus denen man den Kunststoff Polyester herstellen kann“, erklärt Professor Georg Fuchs von der Uni Freiburg.

Biotechnik macht es möglich

Eine Perspektive, die für Aufsehen in der Wissenschaft sorgt. Denn erstmals ließe sich damit durch Nutzung von Kohlendioxid etwas für den Klimaschutz tun. Für die Biotechnik wäre das technisch kein Problem. Denn mit der Herstellung von Substan-
zen (wie Arzneien) durch Bakterien hat man Jahrzehnte Erfahrung. Jetzt würden Bakterien eben aus Treibhausgas Bausteine für moderne Materialien gewinnen – zum Wohle des Klimas.

Damit stieß Grundlagenforscher Fuchs auch auf großes Interesse beim Unternehmen Evonik in Essen. Denn dessen Wissenschaftler wollen ohnehin mit Hilfe von Bakterien Chemikalien herstellen. Und denken nun daran, so den CO2-Ausstoß von Anlagen zu mindern. Evonik unterstützt deshalb die Freiburger.

Doch bis es die ersten Polyester-Fasern, -Folien oder -Flaschen aus CO2 gibt, wird es noch ein paar Jahre dauern. Denn nun müssen dafür erst optimale Bakterien-Stämme gezüchtet werden.

JW