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Vier Blickpunkt-Leser im Fokus

Der Amtsschimmel: Wiehert er noch kräftig?

Bild: Rolf Stötzel
Rolf Stötzel

Rolf Stötzel (49), Maschinenschlosser aus Netphen:

„Ja, in der Verwaltung. Ich bin vor ein paar Jahren abgebrannt, musste mein Haus schnell wieder aufbauen. Aber für alles brauchte ich wieder eine Genehmigung. Für ein Gebäude, das ich genauso wieder aufbauen wollte wie das alte? Da ich im Nebenberuf Landwirt bin, sollte auch ein Silo her. Dafür war ein Hochwasser-Gutachten notwendig, obwohl es hier seit 100 Jahren kein Hochwasser gegeben hat.“

 

 

 

 

Bild: Jörg Schneider
Jörg Schneider

Jörg Schneider (40), Monteur aus Weidenau:

„In der Behörde. Man muss lange warten, und die Öffnungszeiten sind schlecht für Leute, die Vollzeit arbeiten. Ich musste letztes Jahr einen neuen Fahrzeugbrief beantragen. Erstens musste ich eine Erklärung unterschreiben, dass ich wirklich der Halter bin. Die Beglaubigung kostete schon mal um die 35 Euro. Dann wurde der Antrag acht Wochen lang geprüft, und der Bescheid kostete noch mal 50 Euro.“

 

 

 

 

Bild: Cornelia Daub
Cornelia Daub

Cornelia Daub (53), Sekretärin aus Siegen:

„Ich trage ein Hörgerät. Für das alte gab es problemlos einen öffentlichen Zuschuss. Aber jetzt brauche ich ein neues Gerät. Doch die Fürsorgestelle, die mich zuvor finanziell unterstützt hatte, wurde inzwischen abgeschafft: Das heißt, alle Anträge, die ich damals ausgefüllt habe, sind jetzt für die Katz, und ich darf alles selbst bezahlen. Da kann man sich die ganze Bürokratie doch gleich schenken.“

 

 

 

Bild: Andreas Köhler
Andreas Köhler
Fotos: Wirtz (4)

Andreas Köhler (50), Einkaufsleiter aus Hilchenbach:

„Meine Frau und ich wollten eine Doppelgarage bauen. Obwohl alle Vorarbeiten schon gemacht waren, durften wir in letzter Instanz dann doch nicht, weil der Abstand zum Nachbargrundstück nicht eingehalten wurde. Die Nachbarn hatten sich daran nicht gestört, aber das Bauamt stellte sich quer. Nachvollziehen können wir das nicht. Jetzt haben wir eine einfache Garage.“