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Die Firma Kolb mixt Aromen fürs Tierfutter

Auch Kühe mögen’s lecker

Bild: Elsa leckt sich das Maul
Elsa leckt sich das Maul: Was Kühen schmeckt, muss Schweinen nicht unbedingt zusagen. Foto: fotolia

Mmm, süße Sahne mit Vanille: Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Man kann nicht Nein sagen. Und irgendwann schlägt die Waage nach oben aus. Was gesundheitsbewusste Zeitgenossen nicht so mögen, ist anderswo durchaus erwünscht. In der Tierhaltung zum Beispiel. Enthält das Futter die richtigen Aromen, schmeckt es den Tieren. Sie fressen mehr und nehmen zu.

Experimente zeigen, was Tieren mundet

„Jungtiere sollen rasch Fett und Fleisch ansetzen und ihr Schlachtgewicht erreichen“, erklärt Manfred Kolb, Geschäftsführer des Unternehmens Dr. Ernst Kolb in Marsberg im Hochsauerland. Zudem übertönen Aromen den unangenehmen Geschmack von Mineralien und Medikamenten im Tierfutter.

Seit fast 40 Jahren produziert das Familienunternehmen solche Aroma-Rezepturen. Die derzeit fünf Mitarbeiter mixen sie nach dem Vorbild der Natur zusammen. Für jeden Tiergeschmack gibt es spezielle Rezepte – für Rinder, Schweine, Pferde, Hunde, Katzen und Nagetiere.

Was dem Tier mundet, weiß Kolb aus vielen Experimenten. Ferkel und Kälber etwa lieben den süßlichen Geruch von Milch, Butter und Vanille. Ältere Tiere stehen da nicht mehr drauf. „Es ist wie beim Menschen“, sagt Kolb. „Kinder mögen Süßigkeiten, Erwachsene probieren auch mal Fisch und Austern.“

Manche Vorlieben sind allerdings gewöhnungsbedürftig. Die jungen Schweine zum Beispiel. „Sie mögen gern den Geruch von Buttersäure“, weiß Kolb. Die aber stinkt wie Schweißfüße mit Erbrochenem. Damit die Landwirte sich nicht die Nase zuhalten müssen, arbeiten die Marsberger mit einem Trick: „Wir verändern den Geruch mit bestimmten Aromen so, dass auch unsere Nase ihn als angenehm empfindet.“

Etwa 1,8 Millionen Euro setzte der Betrieb 2008 um, davon 80 Prozent im Ausland. Der starke Euro, die Finanzkrise und zurückgehende Tierbestände machten ihm jedoch zu schaffen. Kolb büßte einiges an Umsatz ein.

Inzwischen geht es wieder aufwärts. Kolb: „Wir haben neue Produkte entwickelt und wollen mehr in Asien und Südamerika verkaufen.“

MJD