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Die Metall- und Elektro-Industrie hält an ihrem hohen Engagement für die Ausbildung fest – aus eigenem Interesse

Jugend bleibt am Drücker

Bild: Blick nach vorn
Blick nach vorn: Die Aussichten für Lehrlinge bleiben trotz der Wirtschaftsflaute ganz gut. Denn die Zahl der Schulabgänger sinkt, und die Unternehmen wollen sich den Fachkräfte-Bedarf von morgen sichern. Foto: Thieme
Bild: Volle Bude
Volle Bude: Auch in diesem Jahr beginnen bei der Schunk-Gruppe 50 junge Leute ihre Ausbildung. Foto: Scheffler

Gute Nachricht für die Azubis der Maschinenfabrik Berner in Bischofsheim: Abschwung hin, Finanzkrise her – die fünf jungen Menschen, die jetzt ihre Lehre abschließen, werden übernommen.

Spezialisten selbst ausgebildet

Der Spezialmaschinen-Hersteller aus Bayern hat 70 Mitarbeiter – und 21 Lehrlinge. Im September kommen die nächsten. „Vier haben schon unterschrieben“, so Geschäftsführer Norbert Weber. Der Betrieb muss die Fachkräfte selbst ausbilden, da er sie in seiner Region gar nicht bekommt. Weber braucht Spezialisten fürs Zerspanen, Schweißen und für die Montage.

Das Beispiel zeigt: Ausbildung spielt in diesen wirtschaftlich schweren Zeiten nach wie vor eine wichtige Rolle, was Experten bestätigen (siehe unten).

Auch bei Siegenia-Aubi in Siegen ist das der Fall. Der Hersteller von Beschlägen für Fenster und Türen fährt zwar derzeit Kurzarbeit, „an der Ausbildung sparen wir aber nicht“, sagt Nina Mitterfellner, Personalreferentin des nordrhein-westfälischen Unternehmens. Hier beginnen in diesem Jahr 20 junge Leute ihre Lehre – genauso viele wie in den guten Jahren zuvor. Mitterfellner: „In aller Regel übernehmen wir die Azubis auch. Ob das in Zukunft gelingt, hänge von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ab.

Nicht am falschen Ende sparen!

Gerhard Federer, Vorsitzender der Unternehmensleitung der Schunk-Gruppe, ist zuversichtlich, dass die Krise nicht allzu lange anhält: „Wir werden deshalb auch in Zukunft die jungen Arbeitskräfte brauchen.“ Das Unternehmen mit Stammsitz im hessischen Heuchelheim, das unter anderem Teile für Sicherheitsgurte sowie Kohlebürsten für Elektromotoren herstellt, hat bundesweit mehr als 150 Azubis unter Vertrag. Auch 2009 starten bei Schunk 50 Jugendliche ihre Lehre. Bei der Spezialmaschinenfabrik Bäumer in Freudenberg (Siegerland) werden 34 Jugendliche aufs Berufsleben vorbereitet. Für das neue Lehrjahr hat der Hersteller von Anlagen zur Verarbeitung von Schaumstoffen zwölf junge Leute eingestellt. Bäumer hält an dem hohen Engagement fest – aus gutem Grund. Marketingleiterin Elisabeth Steuber: „Geeignete Fachkräfte sind für uns sehr schwer zu finden.“

Wilfried Hennes, Joachim Herr

 

Bild: Günter Walden
Günter Walden: „Der Nachwuchs wird im Aufschwung dringend gebraucht.“

„Perspektiven aufzeigen“

Die Qualifikation der Mitarbeiter bleibt „extrem wichtig“, auch im Abschwung. Das sagt Günter Walden, Experte vom Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn: „Jedes Unternehmen tut gut daran, für einen Nachwuchs an Fachkräften zu sorgen.“ Der werde dringend gebraucht – jetzt und erst recht, wenn es wieder aufwärts geht.

Wichtig sei es, schon vorab Perspektiven für die Zeit nach der Lehre aufzuzeigen. Dazu gehöre zum Beispiel die Weiterbildung.