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Tore-Hersteller Seuster setzt auf kräftiges Wachstum – in den USA

Kopf einziehen gilt nicht

Bild: Geschäftsführer Peter Spelsberg
Kopf hoch! Geschäftsführer Peter Spelsberg (hier bei einem Tore-Test) bleibt auch in der Rezession Optimist. Fotos: Eifrig (3)

Peter Spelsberg macht den Selbstversuch. Huscht unter ein Rolltor, das gerade nach unten rauscht. Und prompt auf seinem Kopf landet. Doch Spelsberg, Chef des Unternehmens Seuster im sauerländischen Lüdenscheid, grinst vergnügt. Nichts passiert. Der Test mit dem Tor – reine Routine.

Der Clou des Rolltors: Dessen Vorhang ist aus Folie und hat am unteren Ende in einer Alu-Schiene Sensoren. Und die merken in Bruchteilen von Sekunden, wenn beim Herunterfahren eine Vorwitznase plötzlich den Kopf druntersteckt.

Vor allem mit diesem Produkt verspricht sich das Unternehmen, das auch Tore aus Aluminium fertigt, ein kräftiges Wachstum – in den USA.

Obwohl die Staaten in der schwersten Rezession seit mehr als zwei Jahrzehnten stecken, sucht der 140-Mann-Betrieb aus NRW ausgerechnet dort sein Glück, nach dem Motto: Kopf einziehen gilt nicht.

Die Firma Seuster, eine Tochter des in ihrer Branche weltweit führenden Herstellers Hörmann, hat durchaus das Zeug dazu, sich in der Ferne Tor und Tür zu öffnen – dank ausgeklügelter Technik.

Das Tor erfüllt die extrem strengen US-Produkthaftungsgesetze. Und ist den amerikanischen Konkurrenz-Modellen haushoch überlegen. Das drei Meter hohe Tor öffnet sich in gut zwei Sekunden. Ein amerikanisches braucht im Schnitt dreimal so lange. Grund: Die US-Tore sind viel zu schwer. Beispiel Motor: Während der aus Amerika satte 80 Kilogramm wiegt, sind es bei dem Lüdenscheider Produkt gerade mal 8 Kilo.

Bild: Montage der Tore-Vorhänge bei Seuster
Montage der Tore-Vorhänge bei Seuster: Das Unternehmen setzt verstärkt auf das US-Geschäft.
Bild: Elektronik für die Tore-Steuerung
Elektronik für die Tore-Steuerung: Die Lüdenscheider punkten in der Ferne mit modernster Technik.

„Investiert wird auch in Krisenzeiten“

Amerika steckt seit Ende 2007 in der Rezession. Doch laut einer Befragung sind die meisten führenden US-Unternehmen guter Dinge, dass die Krise schon im dritten Quartal 2009 enden könnte. Gute Aussichten also für Unternehmen, die mit Spitzentechnik aufwarten. Wie eben Seuster.

2008 verkaufte der Betrieb in den USA 500 Tore, die auch vor Ort gefertigt werden. In diesem Jahr sollen es schon 800 Stück sein, Tendenz: weiter rasant steigend.
In Amerika werden pro Jahr 20.000 schnelllaufende Tore verkauft, nur halb so viele wie in Europa. Und das, obwohl der US-Markt genauso groß ist. Das macht Spelsberg so optimistisch, trotz Rezession: „Investiert wird auch in schwierigen Zeiten.“

Wilfried Hennes

 

Info: Adolf Seuster GmbH & Co. KG

Das Lüdenscheider Unternehmen Seuster produzierte zuletzt (Stand 2008) rund 10.000 Tore im Jahr. Die Firma verkauft 70 Prozent seiner Erzeugnisse ins Ausland. Die Tore für das US-Geschäft werden in Pittsburgh (Bundesstaat Pennsylvania) hergestellt. Seuster (140 Mitarbeiter) ist eine Tochter von Hörmann, einer der führenden Tore-Produzenten mit weltweit mehr als 5.000 Beschäftigten.