Gute Chancen für
den Nachwuchs
 |
| Karl-Friedrich Waffel zum Thema Ausbildung |
Rund 3.500 junge Menschen sind im letzten Sommer im Märkischen Kreis, in Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis ins Berufsleben gestartet die höchste Zahl seit 15 Jahren. Nach dem guten Ergebnis im Jahr 2007 haben unsere Unternehmen noch einmal zugelegt. Das Ergebnis: fast 6 Prozent mehr Ausbildungsplätze. Damit liegen wir deutlich über dem Durchschnitt von NRW und ganz Deutschland.
Aber nun fragen sich viele Schüler kurz
vor ihrem Abschluss: Welche Chancen bietet mir der Ausbildungsmarkt in Zukunft?
Die Antwort: Gute! Denn die Unternehmen signalisieren weiterhin stabilen Personalbedarf. Die Wirtschaft sucht nach wie vor Akademiker und Fachkräfte und natürlich junge Menschen, die Interesse an einer gewerblichen Ausbildung haben. Nach den aktuellen Konjunkturumfragen gehen 46 Prozent der Betriebe davon aus, dass die Zahl ihrer Mitarbeiter unverändert
bleibt, und sogar fast 19 Prozent beabsichtigen, 2009 mehr Mitarbeiter
einzustellen.
Das alles vor dem Hintergrund, dass Fach- und Führungskräfte seit Jahren knapp sind. Und daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Im Gegenteil: In Zukunft haben es unsere Industrie-Betriebe immer schwieriger, genügend Nachwuchskräfte für gewerblichtechnische Berufe zu bekommen. Denn in den nächsten Jahren werden immer weniger Jugendliche die Schulen verlassen und einen Ausbildungsplatz suchen.
Im Märkischen Kreis wird der Anteil der unter 18-jährigen
und somit der Schulabgänger bis zum Jahre 2015 um 20 Prozent
zurückgehen. Gleichzeitig altern in vielen Betrieben die Belegschaften,
weil die geburtenstarken Jahrgänge auf die Rente zugehen, und die
Zahl der Leistungsträger im Alter zwischen 35 und 45 Jahren schrumpft.
Eine Herausforderung für die Betriebe, der sie nur mit einer langfristigen
Strategie begegnen können. Und das tun sie schon längst: Dafür
spricht die seit Jahren wachsende Ausbildungsbereitschaft.
Von guten Fach- und Führungskräften leben unsere Betriebe.
Die Fabrik der Zukunft funktioniert nur mit einer Belegschaft mit Zukunft“.
Mitarbeiter der M+E-Industrie sind stark in den Berufsfeldern Mathematik,
Informatik, Naturwissenschaften und Technik kurz MINT.
Um Jungen und Mädchen für die MINT-Fächer zu interessieren, sowie deren Ausbildungsqualität und Berufsorientierung zu fördern, engagieren sich viele Unternehmen in enger Zusammenarbeit mit Schulen. Betriebe nehmen eine wachsende Zahl von Schüler-Praktikanten auf, um den Jugendlichen den Übergang zu erleichtern. Hier entsteht ein breites Netzwerk, das neue Standards in der Bildung setzt.
Dazu passt auch die Nachricht, dass in Lüdenscheid 250 neue Studienplätze der Fachhochschule Südwestfalen entstehen
werden. Das Land NRW reagiert damit auf die Forderung unserer Betriebe nach Studienangeboten, die sie mit universitärer Forschung und Ausbildung unterstützen.
Auch in diesem Bereich sind Lehre und Wirtschaft schon längst bewährte Partner. Die Unterstützung der Fachhochschule hat in Südwestfalen Tradition. Mit Stiftungsprofessuren hat sich die heimische Wirtschaft vor Jahren für das Erfolgsmodell Verbundstudium stark gemacht eine Stiftungsprofessur der südwestfälischen Arbeitgeberverbände erleichtert jetzt auch den Kunststoff-Technikern in Lüdenscheid den Start
in Studium und Beruf.
* Assessor Karl-Friedrich Waffel ist
Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektro-Industrie Lüdenscheid |